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2022

FÖRDERUNG DIGITALE SICHTBARKEIT DES LANDES NRW-  WEBSIDE UNDER CONSTRUCTION TILL NOVEMBER 

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Was bleibt 77 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg? Nicht-Sprechen, Nicht-Fühlen, Nicht-Annähern - präsent ist unsere Vergangenheit vor allem im Abwesenden. Wann auch immer die Sprache auf diesen Teil unserer Geschichte kommt, breitet sich Gefühllosigkeit aus. Körper werden taub, wie einbetoniert. Im Wechselspiel werden bedrückende Enge und erleichternde Leere spürbar. Wir leben in einer Realität, die geprägt ist von einer verzerrten Opfer-Perspektive auf die eigene Vergangenheit, dabei wird gleichzeitig die Kontinuität rechter Gewalt immer sichtbarer. Wie kommen wir aus diesem Stillstand raus?

 

In DIGGING THE GROUND setzen sich Malin Harff and Collaborators im öffentlichen Raum mit dem verdrängten emotionalen Erbe unserer gemeinsamen Vergangenheit auseinander. Denn die traumatischen Spuren der NS-Zeit sitzen in unseren Körpern fest.

 

4 Stunden lang graben sich 4 Performer:innen mit Täter:innen-Hintergrund durch eine Grünfläche des Ebertplatzes. Nach und nach lassen sie dabei verschüttete Emotionen an die Oberfläche kommen. In einer akustischen und choreografischen Performance werden Trauer und Wut, Angst, Scham und Ekel freigesetzt, um sie endlich bearbeitbar zu machen. 

 

Erde dient in dieser performativen Intervention als Subjekt und Symbolträgerin dessen, was tief in uns vergraben ist. Dessen, was wir wiederholen, ohne durcharbeiten zu können. Der Boden auf dem wir stehen, ist, im doppelten Sinn, ein Sediment von Vergangenheitsschichten und tief im menschlichen Nervensystem vergrabenen Erlebnissen und Erinnerungen. Und gleichzeitig ist er die Basis für unsere Zukunft.  

Denn unbearbeitete Traumata reproduzieren immer wieder abwehrende Schutzreaktionen. Traumata können wir aber nicht bearbeiten, indem wir uns aus ihnen herausdenken. Wir müssen sie physisch spüren, um unser Verhältnis zu ihnen zu verändern.  


DIGGING THE GROUND bietet in einer Landschaft aus Klang, Text, Gesang und Choreografie auch einen Raum, fühlend und schreibend ins Reflektieren zu kommen. Die Zuschauer:innen sind eingeladen, mit ihren Emotionen in Resonanz zum Gezeigten zu treten. Aus trauma-physiologischer Perspektive bringt Harff uns wieder in Kontakt mit dem Verdrängten, um alternative Handlungsmöglichkeiten zu finden.
Denn erst, wenn unsere Körper Raum haben, die mit den Erinnerungen verknüpften Gefühle auszuhalten, können wir wieder in die Lage kommen, das Notwendige zu tun: ehrlich zu erinnern und zu handeln.

Gefördert von NPN, Stepping Out, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und dem Landesverband Freie Darstellende Künste NRW

EVENTS

2022
New Production 2022

Juni 2022

DIGGING THE GROUND

23.-26.Juni 2022 Ebertplatz Köln

Gefördert von NPN, Stepping Out, Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und dem Landesverband Freie Darstellende Künste NRW

Mai 2022

- eine neurologische Perspektive

AN DER SCHWELLE 26.05.2022 Alte Feuerwache Köln

April 2022

Residenz Maschinenhaus Essen mit DIGGING THE GROUND